Musica Sacra International

Internationaler Kammerchor- Wettbewerb

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Festival Musica Sacra International: das Vorprogramm für Schüler und Erwachsene - Küng übernimmt Schirmherrschaft

Über die Pfingsttage kommen 11 Ensembles aus 11 Nationen zum Festival Musica Sacra International und zeigen in 13 Konzerten in der Region die musikalischen Traditionen ihrer Kulturen und ihres Glaubens. Neben den außergewöhnlichen musikalischen Eindrücken legen die Organisatoren des Festivals großen Wert auf die Möglichkeit des Dialogs und des gegenseitigen Kennenlernens. Das war auch der Grund, warum der bekannte Theologe Prof. Hans Küng die Schirmherrschaft des Festivals übernommen hat. Er gilt als einer der renommiertesten Theologen Deutschlands, lehrt an der Universität Tübingen und steht der Stiftung „Weltethos“ vor, deren Ziel die interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung ist.


Toleranz macht Schule

Ganz im Sinne der Stiftung ist das Projekt „Toleranz macht Schule“ im Rahmen des Festivals in Zusammenarbeit mit der filmburg Marktoberdorf. Vom 17. bis 21. Mai haben Schüler der Region die Möglichkeit aktuelle Filme zu einer der Weltreligionen zu sehen. Anschließend führen Teilnehmer des Festivals live religiöse Musik auf, gefolgt von einer moderierten Diskussion über den gezeigten Film. An dieser Stelle wird auf die Situation in der Heimat der Musiker und die jeweilige Religion eingegangen. Die Schülerinnen und Schüler sind eingeladen mit den Künstlern zu diskutieren und sie zu befragen. In der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, Vorurteile abzubauen und sich offen der Auseinandersetzung mit dem Andersartigen zu stellen. Gerade Jugendlichen brauchen in Zeiten der Globalisierung ein gutes Wissensfundament, um ihre eigene Kultur und Religion zu begreifen und einzuordnen. Interessierte Lehrer können sich noch in der Geschäftsstelle melden. Die Filme werden im Rahmen von Vormittagsvorstellungen gezeigt und abends für die Öffentlichkeit nochmals wiederholt.

Die Filme

Juden zwischen Israel und Palästina - Ajami

„Ajami“, ist ein brandaktueller Film der das Leben dreier Jugendlicher in Tel Aviv zeigt. Er wurde als bester ausländischer Film dieses Jahr für den Oscar nominiert. Ob der Film die Wirklichkeit zeigt, beantworten die Sängerinnen und Sänger der Collegium Singers Tel Aviv, die sich mit ihrer Chorarbeit aktiv für die Verständigung zwischen Juden und Palästinensern einsetzen.

Christliche Orthodoxie – Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen

„Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen“ ist ein Dokumentarfilm mit durchaus amüsanten Einblicken in den schwelenden Streit der sechs christlichen Konfessionen in der Grabeskirche in Jerusalem. „Oreya“ ist ein christlich-orthodoxer Chor aus der Ukraine, wo auch viele Christen unterschiedlicher Konfessionen zusammenleben.

Islam - Korankinder

Ein weiterer Dokumentarfilm zeigt eine Koranschule in Bangladesh. In zwei Jahren lernen hier die Kinder mehr als 6000 Verse aus dem Koran in Arabisch auswendig. Ob es auch in Indonesien solche Koranschulen gibt, erzählen die Jugendlichen von „Cordana“ aus Jakarta.

Hinduismus – Broken Silence

Der Münchner Regisseur Wolfram Panzer hat mit „Broken Silence“ ein wunderbar poetisches westöstliches Roadmovie geschaffen. Ein Schweizer Mönch macht sich auf den Weg nach Indochina und erlebt auf seiner Odyssee durch Indien und Indonesien nach 25 Jahren in der Einsamkeit eine Welt jenseits der Stille…der Spiegel nannte den Film einen "absoluten Leinwand-Glücksfall". Der indische Musiker Ashish Sankrityayana bewertet den Film im Anschluss.

Buddhismus – Dolpo Tulku

Das Dolpo ist eine abgelegene Bergregion im Nordwesten Nepals an der Grenze zu Tibet. Hier wuchs der Hirtenjunge Sherap Sangpo in einer archaischen buddhistischen Kultur auf, bis er im Alter von zehn Jahren dem Dalai Lama begegnete. Nach dieser religiösen Erweckung ging er nach Kathmandu, um Mönch zu werden und wurde dort als Reinkarnation des Dolpo Tulku erkannt. 16 Jahre später reist er in seine hochgelegene Heimat, um sein Amt als geistiges Oberhaupt anzutreten. Martin Hoffmann, der Macher von „Rhythm is it“ veröffentlichte 2009 den eindrucksvollen Dokumentarfilm. Loten Namling wurde 1963 im Himalaya geboren und wuchs im indischen Exil auf. Er hat sich auf die traditionelle Musik Tibets spezialisiert und gilt als profunder Kenner der Szene.

Faszination Oberton - Workshop am 19. Mai

Obertongesang ist die Kunst, mit einer Stimme zwei Töne zugleich zu singen. Dieses Phänomen beherrscht der Däne Skye Løfvander. Als Ursprung des Obertongesangs der Khöömej (Kehlgesang) wird in Zentralasien das Gebiet der Turkvölker rund um den Altai und die Mongolei gesehen. Die Obertonmusik im Westen entwickelte sich parallel zum bekannt werden der Kehlgesänge Asiens in einer ganz eigenen Tradition.


In je zweistündigen Workshops im Künstlerhaus Marktoberdorf erklärt er diese Gesangstechnik für Jugendliche und Erwachsene. Die Teilnehmer des Workshops können dies selbst ausprobieren. Wer nur zuhören möchte, ist ebenso herzlich willkommen. Die Kurssprache ist Englisch. Anmeldung über die Volkshochschule Marktoberdorf, Telefon (0 83 42) 96 91 90.

Alle Informationen im Internet unter www.modfestivals.org oder unter Telefon (0 83 42) 89 64 33. Karten für die Konzerte gibt es in der Buchhandlung Pötzl Marktoberdorf, Telefon (0 83 42) 4 03 54.



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