2008: Tadashi Tajima - Japan
In den Händen eines Meisters wie Tajima Tadashi erblüht der "tönende Bambus" wieder.
Man mag es kaum glauben, welche Töne sich einem Bambusrohr, das fünf Grifflöcher und kein Mundstück hat, entlocken lassen. In den Händen eines Meisters, der sich Jahrzehnte allein auf die Beherrschung dieses „einfachen“ Instrumentes konzentriert, moduliert sich der Atemstrom zu einer Beschreibung der Laute der Natur. Subtile Veränderungen von Klangfarben, die den langausgehaltenen Einzelton vielfältig variieren, Klangornamente, die auch den mikrotonalen Bereich ausnutzen, sowie dynamische Schattierungen in einer ungewöhnlichen Bandbreite ergeben ein Klanggeschehen von differenziertem Reichtum, der das Zuhören zu einer faszinierenden Erfahrung macht. Im Zen-Buddhismus gilt dieses Instrument als Werkzeug der Zen-Meditation.

Der 1942 in Osaka geborene Tadashi Tajima gilt heute als einer der
besten und bedeutendsten Shakuhachi-Meister Japans. Er wurde mit
zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt. Sein
Repertoire umfasst gleichermaßen die traditionellen Honkyoku-Solostücke
wie zeitgenössische Musik für und mit Shakuhachi.
Die Shakuhachi - japanische Bambusflöte - ist sicherlich Japans
bekanntestes Holzblasinstrument. Und Honkyoku, die Original-Musik der
Shakuhachi, stellt eine der Hauptarten traditioneller japanischer Musik
dar. Die Shakuhachi wurde erstmals im 8. Jh. vom asiatischen Festland
nach Japan importiert und wurde als Musikinstrument am kaiserlichen Hof
verwandt. Ab dem 13. Jahrhundert fand sie vor allem bei ZEN-Mönchen
große Verbreitung.